Gedankencappuchino

Zwangspausen sind…

10. September 2018

Wie ihr vielleicht gemerkt habt gab es ein paar Wochen keinen Kreadankentag. Meine Gesundheit hat nicht mitgespielt und mir eine echt lange Zwangspause verpasst.

Zwangspausen kommen immer dann, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann (die braucht man nie, was rede ich da für einen Unsinn?). Sehr oft gehen sie mit gesundheitlichen Problemen Hand in Hand, was dem ganzen dann endgültig den Anstrich von Pause nimmt. Manchmal sind es auch äußere Bedingungen, allerdings kann man auf die meistens auch verzichten, weil sie unangenehme Begleiterscheinungen haben.

Also dürfte nun klar sein: „Zwangspausen sind doof!“ Zwangspausen sind gar keine Pausen, denn dann hätten sie ja einen positiven Sinn.

Wenn etwas so richtig blöd ist, versuche ich gerne irgendetwas zu finden, das trotzdem ein gutes Gefühl in mir weckt. Diesmal fand ich das wirklich schwer (Schmerzen sind ja sowas von unhöflich, die nehmen absolut keine Rücksicht, halten sich nicht an Zeitpläne, melden sich nicht vernünftig an und bleiben länger als man will). Aber ich habe etwas gefunden.

Unwichtige kleine Dinge beachten und schätzen. Wir hetzen ja immer durch die Gegend und alles muss schnell und schneller gehen. Bei einer Zwangspause geht das mal gar nicht. Also werft nur für einen Moment einen Blick auf die Wolken (könnt ihr darin noch Dinge sehen?), beobachtet die Regentropfen an der Fensterscheibe, hört mal wieder Musik oder ein Hörbuch (könnt ihr das eigentlich ohne was anderes nebenher zu tun?), achtet mal wieder auf eure Atmung, lasst eure Schultern mal nach unten sinken, wackelt mit den Zehen, summt ein Lied, kuschelt eure Katze/Hund.

Ich habe mich in den letzten Wochen ständig beschwert und gejammert. (Ja es ist okay, denn es gab vieles was echt schlimm war). Wirklich geholfen hat es mir aber nicht. Erst als ich folgendes erkannt habe, wurde es besser:

„Es ist, wie es ist“.

Erst wenn ich die Akzeptanz habe, dass ich eine Situation oder Begebenheit nicht ändern kann, hört ich auf zu kämpfen. Wenn ich nicht mehr kämpfe, schaue ich mich um, welche Möglichkeiten ich habe.

Dann bin ich wieder handlungsfähig.

Im aktuellen Fall habe ich mich an Entspannungsübungen erinnert, die ich früher regelmäßig gemacht habe. Sie haben mir Schmerzen genommen und mir das Gefühl gegeben, dass etwas Gutes passiert. Außerdem habe ich darauf geachtet, was ich für Gewohnheiten habe (merkt man besonders wenn man sie nicht pflegen kann) und ob sie mir eigentlich gut tun. (Nein ich trinke jetzt nicht weniger Kaffee).

Außerdem konnte ich viel darüber nachdenken, welchen wirklichen Namen manche Dinge, und manche Gefühle wirklich haben. Es gibt ja im Bereich Fantasy, Esoterik und Magie (wie immer ihr es nennen wollt) das Gerücht, dass man mit dem wahren Namen (wenn man ihn kennt) große Macht erlangt. Ich glaube, ich habe verstanden, was damit gemeint ist.

Aber das ist ein Thema für einen anderen Cappuchino.

Mit meinen kleinen Ideen wird eure Zwangspause nicht zum perfekten Tag. Ihr werdet sie nicht verkürzen, nicht euer Leben ändern. Aber vielleicht hilft sie euch diese Zeiten besser zu überstehen.

Zusammenfassung: Wenn ihr in einer Zwangspause steckt, denkt so schnell es geht an die Dinge, die ihr dann machen könnt (nicht das was jetzt nicht geht). Genießt alles was geht so richtig intensiv. Lasst euch nicht einreden (und macht das auch nicht selber), dass ihr diese Zwangspause selber herbeigeführt habt und lächelt euch selbst zu.

Bis zum nächsten Kreadankentag und bleibt euch immer treu

 

  1. Zumindest habe ich mal wieder daran gedacht, die Schultern herunterzuziehen. Danke schön, es war entspannend. Das andere werde ich mir auch zu Herzen nehmen.

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